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Die WFM-Kluft zwischen Zentrale und operativem Bereich

In vielen Organisationen wird die Kluft zwischen der Unternehmenszentrale und dem operativen Geschäft nicht bewusst wahrgenommen.

Jeder arbeitet in seiner jeweiligen Rolle auf dasselbe Ziel hin. In der Zentrale liegt der Schwerpunkt auf Steuerung, Konsistenz und Transparenz. Im operativen Bereich geht es darum, diese Pläne täglich in einem sich ständig wandelnden Umfeld umzusetzen. Beide Perspektiven sind nachvollziehbar. Doch gerade weil sie nebeneinander bestehen, kann es zu Spannungen kommen.

Unterschiedliche Interessen innerhalb einer Organisation

Innerhalb einer Organisation stehen oft mehrere Interessen gleichzeitig im Spiel.

In der Zentrale liegt der Schwerpunkt auf dem Gesamtbild. Der Fokus liegt auf unternehmensweit wichtigen Kennzahlen, auf der Einheitlichkeit zwischen Filialen und Regionen sowie auf der Schaffung eines Gesamtüberblicks. Erkenntnisse und Integrationen helfen dabei, die Leistung zu überwachen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.

Im operativen Geschäft liegt der Fokus auf dem Hier und Jetzt. Dort geht es darum, den Tagesablauf am Laufen zu halten: für ausreichende Personalbesetzung zu sorgen, auf Hochauslastung zu reagieren und sicherzustellen, dass die Kunden bedient werden. Entscheidungen werden dort ständig getroffen, oft unter Zeitdruck.

Beide Blickwinkel sind notwendig. Sie ergänzen sich, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Ein gemeinsamer Ausgangspunkt

Gleichzeitig zielen all diese Interessen auf dasselbe Ziel ab: eine erfolgreiche Ladenleistung.

Das klingt selbstverständlich, doch in der Praxis ist dies nicht immer der Ausgangspunkt bei der täglichen Steuerung. Was für die eine Seite zu diesem Ziel beiträgt, kann für die andere Seite geradezu als Ablenkung empfunden werden.

Eine Entscheidung, die für mehr Kontrolle und Beständigkeit sorgt, kann am Arbeitsplatz als Einschränkung der unternehmerischen Freiheit empfunden werden. Umgekehrt kann eine Anpassung im operativen Bereich für den jeweiligen Moment sinnvoll sein, sich aber weniger gut in den übergeordneten Rahmenbedingungen einfügen.

Nicht, weil es im Widerspruch steht, sondern weil es aus einer anderen Perspektive betrachtet wird.

Wo es kompliziert wird

Die Herausforderung liegt nicht in der Existenz unterschiedlicher Interessen, sondern darin, wie man damit umgeht. Sobald diese Interessen zu sehr voneinander getrennt organisiert werden, kommt es zu Reibungen. Dann wird die Planung zu etwas, von dem man abweichen muss, anstatt zu etwas, das hilft. Oder Erkenntnisse werden als Kontrolle statt als Unterstützung angesehen.

Obwohl sie im Grunde genommen demselben Zweck dienen.

Der springende Punkt besteht darin, diesen gemeinsamen Ausgangspunkt in den Mittelpunkt zu stellen, wobei man sich bewusst sein muss, dass unterschiedliche Interessen im Spiel sind. Nicht, indem man diese Interessen ausblendet, sondern indem man sie so zusammenführt, dass sie sich gegenseitig verstärken und so wenig wie möglich ablenken.

Die Überbrückung dieser Kluft beginnt mit einem gemeinsamen Ausgangspunkt. Wenn die Zentrale, die Planer und die Filialen auf denselben Echtzeit-Erkenntnissen aufbauen, entsteht mehr Spielraum für lokale Anpassungen innerhalb zentraler Rahmenbedingungen. So werden Entscheidungen nicht nur strategisch fundierter, sondern lassen sich auch in den Filialen besser umsetzen.

In der Praxis bedeutet dies, dass Filialleiter und die Zentrale mit denselben Daten und Zielen arbeiten. Dadurch entsteht ein besseres Verständnis für die lokalen Gegebenheiten, während die Unternehmen gleichzeitig die Kontrolle über Produktivität, Service und Kosten behalten.

Die Rolle von WFM

Hier kommt dem Workforce Management eine wichtige Rolle zu.

Nicht nur bei der Erstellung einer guten Planung, sondern auch bei der Berücksichtigung aller darin einfließenden Interessen. Von der strategischen Steuerung und den Einblicken in der Zentrale bis hin zu Flexibilität und Handlungsspielraum im operativen Bereich. Damit das, was für den einen wichtig ist, nicht auf Kosten des anderen geht – sondern vielmehr zum gleichen Ergebnis beiträgt.

Wie R&R darauf reagiert

Bei R&R erleben wir dies täglich in der Praxis. Die Zusammenführung von Hauptsitz und operativem Geschäft erfordert nicht nur Einsicht, sondern auch eine Arbeitsweise, bei der sich unterschiedliche Interessen gegenseitig verstärken, anstatt sich zu behindern.

Deshalb gestalten wir das Workforce Management so, dass es beides unterstützt.

Einerseits durch intuitive Software, die speziell für den Einzelhandel entwickelt wurde und alle Ebenen eines Unternehmens abdeckt – von der Strategie bis zum operativen Geschäft. So entsteht ein einheitliches Gesamtbild der Leistungsentwicklung, und die Steuerung basiert auf denselben Erkenntnissen. Andererseits durch unsere Experten, die Unternehmen dabei unterstützen, diese Erkenntnisse auch tatsächlich zu nutzen und die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten zu stärken.

Auf diese Weise stellen wir sicher, dass unterschiedliche Interessen nicht getrennt voneinander organisiert werden, sondern in einem einheitlichen Steuerungskonzept zusammenfließen.

Über den Autor Mike Werner

Mike Werner ist Head of Strategy bei R&R WFM und konzentriert sich auf die Positionierung von R&R sowie darauf, wie wir angesichts der Dynamik im Einzelhandel unsere Vorreiterrolle behalten können. Aus seiner Leidenschaft für Sprache heraus verfasst er regelmäßig Blogbeiträge, in denen er seine Visionen und Erkenntnisse teilt.

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