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Warum „faire Bewertung“ oft unbeabsichtigt unfair ist

Fairer Dienstplan im Einzelhandel erfordert objektive Verteilung des Personaleinsatzes

Jeder möchte ehrlich planen

Faires Roasting ist ein wichtiger Grundsatz in nahezu jedem (Lebensmittel-)Einzelhandelsunternehmen. Dennoch kehrt das Thema immer wieder in Gesprächen mit Mitarbeitern, Betriebsrat und Personalabteilung zurück.

Nicht, weil Planer falsche Absichten haben. Im Gegenteil. Sondern weil Ehrlichkeit selten explizit festgelegt ist.

Wie Ungerechtigkeit entsteht

Planer treffen täglich Entscheidungen auf der Grundlage von Verfügbarkeit, Flexibilität, Erfahrung und gegenseitigen Beziehungen. Das erscheint logisch und menschlich.

Aber es schafft Muster:

Niemand entscheidet sich bewusst dafür. Dennoch ist die Auswirkung am Arbeitsplatz spürbar.

Warum dies im (Lebensmittel-)Einzelhandel besonders wichtig ist

Im (Lebensmittel-)Einzelhandel ist dieser Effekt stärker sichtbar als in vielen anderen Branchen. Geschäfte leben von Abendöffnungszeiten, Wochenendandrang und wechselnden Kundenströmen. Gleichzeitig arbeiten viele Mitarbeiter in Teilzeit oder mit flexiblen Verträgen.

Was passiert dann?

Der Mitarbeiter, der immer samstags verfügbar ist, wird standardmäßig eingeplant. Der erfahrene Mitarbeiter in einer stark frequentierten Abteilung erhält zu Spitzenzeiten systematisch zusätzliche Stunden. Der Kollege, der „immer Ja sagt“, übernimmt konsequent die Spätschichten.

Was als praktische Lösung beginnt, entwickelt sich zu struktureller Ungleichheit.

Die Folgen

In einem Arbeitsmarkt, in dem die Mitarbeiterbindung von entscheidender Bedeutung ist, führt dies unmittelbar zu höheren Kosten für die Personalbeschaffung und Einarbeitung. Darüber hinaus wirkt sich dies auch auf den Betrieb aus: Ermüdung in Spitzenzeiten, geringerer Service und mehr Fehler in Stoßzeiten.

Ehrlichkeit wird so nicht zu einem Prinzip, sondern zu einem Zufall.

Was dies für Führungskräfte bedeutet

Dies ist keine kulturelle Frage. Es geht darum, wie die Stunden bei knappen Ressourcen verteilt werden.

Die Frage, die zählt

Wollen wir, dass Fairness davon abhängt, wer den Dienstplan erstellt?

Becca Ligthart
Über den Autor Becca Ligthart

Becca Ligthart ist ein leidenschaftlicher Marketing- und Kommunikationsprofi, der sich darauf konzentriert, praktische Tipps und neue Erkenntnisse für den effektiven Einsatz von WFM in Unternehmen zu liefern, mit einem starken Fokus auf zukunftsorientierte Abläufe.

Fragen, Tipps, Ideen oder Kontakt? E-Mail an marketing@rr-wfm.com

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